Kreativ organisiert mit dem Bullet Journal

All jene, die mir fleißig auf den Social Media Kanälen folgen ist es vielleicht schon aufgefallen, dass ich meine Notizen und ToDo Listen in letzter Zeit als Bullet Journal führe. Im Grunde genommen ist es ja eine Form von Sketchnotes. Gibt es einen Unterschied? Ich denke das  kann man als sehr fliessend sehen. Aber was ist Bulletjournaling eigentlich?

Beim Bulletjournaling auch bekannt unter Bujo geht es im Grunde um nichts anderes als alle Notizen, Termine, Gedanken und ToDo Listen an einem Platz organisieren. Keine Zettelwirtschaft hier und dort, sondern alles in eine feines Notizbuch oder Kalender.

Man hat ja so einiges um die Ohren. Das fortschreitende Alter der Kinder, die verschiedenen Einrichtungen und Job, Aufbau der Selbständigkeit, Blog und Social Media, dazu Ehrenamt und Chor und dies und das, da fällt es einem dann doch sehr schwer alle ToDos, Termine, Gedanken und Ideen im Kopf zu behalten. Durch die Fülle an Dingen und Aktivitäten, die unseren Alltag begleiten, rutscht einem schon mal das ein oder andere durch oder man verliert den Überblick.

Bei meinen Sketchnotes Workshops gebe ich den Teilnehmern immer den Tip Sketchnotes zunächst einmal als ToDo Liste oder als Einkaufszettel zu erstellen oder einfach die Termine ein bisschen aufzuhübschen, vor allem wenn sie nicht genau wissen, wie sie mit denn nun mit dem Sketchnoten anfangen sollen. Ich habe das auch gemacht, schon alleine um zu üben. Dort ein Zettel, dort ein Notizbuch… aber nichts so richtig an seinem Platz.

Mein erstes Bullet Journal habe ich kürzlich angefangen. Und kann gar nicht mehr damit aufhören. Es ist ein personalisiertes Soft Cover Notizbuch von Leuchtturm 1917 in der Grösse A4 und kommt mit einem Punktraster daher. Ich liebe Punkte! Sie helfen beim gerade Schreiben. Denn da bin ich ehrlich gesagt nicht besonders gut darin. Ganz ehrlich! (Auch wenn das keiner glaubt.) Ausserdem ist man nicht festgelegt auf eine Linienführung. Und optisch fallen die Punkte kaum auf, sprich das Ganze wirkt dann immer sehr aufgeräumt. Listen schreiben habe ich  bislang nicht wirklich so oft gemacht, habe aber immer andere bewundert, die das tun. Und seid ich es tue und das in Form eines Bullet Journals, bin ich viel organisierter.

Was genau ist Bulletjournaling überhaupt?

Das Wort setzt sich aus Bullets (Kugel/Punkt) und Journal (Tagebuch) zusammen. Mit der Kugel sind hier die Aufzählungszeichen (Bullet Points) gemeint. „Erfinder“ wenn man das so sagen kann ist Ryder Carrol. „The Bullet Journal is a customizable and forgiving organization system“. Ein also sich „anpassendes“ und vor allem „vergebendes“ System.

Es besteht aus einer Überschrift, kurzen prägnanten Sätzen und eben… Bullet Points. Für die Bullet Points macht es Sinn, sich irgendwann zu überlegen, welche Form man für welche Tasks verwenden möchte. Einen Vorschlag findet ihr ebenfalls by Ryder Carlo. Ich mache es im Moment so, dass ich die verschiedenen Kategorien in einem Kasten setze. Die Art der Bulletpoints haben noch keine Aufgabe in dem Sinne. Im Grunde genommen ist man völlig frei. Jeder kann für sich ein eigenes System finden. Das ist dann auch gemeint mit dem „Vergeben“.

Es eignet sich jedes Notizbuch dafür, das ist das schöne daran. Und an vorgefertigten Kalendern hatte ich noch nie meine Freude. Meistens sind die Felder zu klein, oder es gibt zu wenig Aufteilungen für die verschiedenen Aktivitäten. Beim Bullet Journal entscheidet man selbst wie man es haben will. Je nach Wunsch kann man sein eigenes System hinterlegen. Man ist nicht darauf angewiesen Aktivitäten, Ziele oder was auch immer in vorgefertigte Boxen zu stecken, da man die Kästchen selbst kreiert. Bei meinen Sketchnotes Workshops gebe ich den Teilnehmern ja auch immer den Hinweis: Erst schreiben, dann Rahmen drum, denn sonst passt es (fast) nie und dann sieht das nicht schön aus, wenn man alles irgendwo rein quetscht. #isso

How to Bulletjournal

How to Bulletjournal

Bullet Journal Sketchnotes by Diana – so kann’s gehen

Mein Wunsch organisatorisch alles an einem Platz zu haben, kann ich mit dem Bullet Journal perfekt umsetzen. Ich will alles an einem Platz haben, ich will darin blättern und wenn ich mal nichts oder wenig zu tun habe (was selten vorkommt), dann will ich keine leeren Blätter in einer Agenda. Das ist ja Verschwendung von schönem Papier, oder? Das Bullet Journal lässt der Phantasie freien Lauf. Wenn ich auf einer Seite nur die Planung eines Sketchnotes Workshops habe, stört das nicht, denn ich habe ja keinen vorgefertigten Kalender. Und wenn ich auf der nächsten Seite einfach nur meinen Tag als Sketchnote Diary beschrieben habe, dann macht es Spaß immer wieder reinzublättern und mir alles anzusehen.

Bullet Journal Sektchnotes Workshop

Bullet Journal Sektchnotes Workshop

Mein Bullet Journal ist selbstverständlich nicht nur textlastig. Ihr wisst, wie gerne ich zeichne und auch hier macht es ungemein Spass mit verschiedenen Techniken zu experimentieren. Findet man einmal eine Sketchnote mit Fineliner, kann auf der nächsten Seite ein kleines Aquarell sein, weil ich vielleicht gerade in meiner alten Heimat Österreich bin und die Erinnerung festhalten möchte. Und wenn mich etwas bewegt, ein schöner Spruch oder die Beschreibung eines neunen Füllers, den ich erhalten habe, dann kommt das auch noch mit rein.

Bulletjournal Sketchnotes by Diana - Mondsee

Bulletjournal Sketchnotes by Diana – Mondsee

Ich bin noch ganz am Anfang mit meinem Bullet Journal. Aber schon jetzt blättere ich immer freudig von vorne nach hinten und wieder retour. Bei jedem Beginn des Monats mache ich ein kleines Aquarell und setze mit einem schönen Lettering den Monat rein. Das füllt schön die erste Seite und zeigt den Beginn des Monats. Was mir noch fehlt, ist wohl eine Monatsübersicht, damit ich alle Termine auf einen Blick habe. Das werde ich noch nachholen und Euch in einem zukünftigen Blopost informieren, was ich mir da ausgedacht habe.

Zur Zeit speichere ich meine  Termine in mein Smartphone. Mein Bullet Journal, wie es im Moment aussieht, darf man sich auch nicht als Kalender vorstellen, wie es viele machen, eher eine Übersicht aller  To Do’s, meiner Blogideen, was für meine Website zu tun ist und für wen und was ich noch illustrieren muss. Außerdem immer eine Rubrik für meine Erledigungen betreffend der Kinder und des Haushalts. Als „Mompreneur“ verliert man sonst schon leicht mal den Überblick.

Am liebsten setze ich mich sonntags abends oder Montag morgen hin und erstelle eine Seite, für die kommende Woche. Das hilft mir ungemein mich einmal zu strukturieren und einen Überblick zu bekommen, was alles zu tun ist. Die Tatsache, es einmal in mein Notizbuch geschrieben zu haben, beruhigt mich. Es zu zeichnen beruhigt mich sowieso und dann ist es zumindest erst mal aus meinem Kopf und ich kann in Ruhe schlafen. Das ganze zu betrachten ist sowieso eine schöne Sache.

Was benutze ich für das Bullet Journal?

Ich schreibe am liebsten mit den Fineliner „Sketch One“ von Neuland. Diese Stifte benutze ich auch für meine Workshops es gibt sie in 4 verschiedenen Strichstärken, die kann man online als Set bestellen kann. Für die Farben benutze ich sehr gerne die „Fine Ones“, sie eigenen sich perfekt zum Akzentuieren oder Schattieren. Farbige Überschriften mache ich sehr gerne mit dem Pentel Touch oder Tombow Dual Brush Pens, damit kann man so wunderbar lettern. Und ganz toll sind die Metallic Stifte von Faber Castell oder Edding. Denn im Bullet Journal hat man ja Bullets die zum Abhaken sind. Und das möchte ich gerne mit Farbe tun. Die Metallic Stifte decken und überschreiben den Fineliner, das sieht dann viel schöner und aufgeräumter aus. Und zu guter letzt gibt es die geliebten Washi Tapes. Das sind Tapes aus Reispapier in allen möglichen Mustern und Farben. Damit unterteile ich Themen oder benutze sie, um einen Rahmen zu setzen.  Die gibt es in jedem gut sortierten Kreativladen, Schreibwarengeschäft und häufig auch in Spielzeugläden.

Bei den Notizbüchern gibt es keine Grenzen. Empfehlen würde ich allerdings eher die Grösse A4, das ist aber meine persönliche Meinung, mit einem kleineren würde ich einfach nicht auskommen. Im Moment benutze ich, wie bereits oben beschrieben das Notizbuch von Leuchtturm. Die Punke helfen beim gerade Schreiben und durch das Band, wird das Ganze gut zusammengehalten. Es schlägt kaum etwas durch und obwohl sich beim Aquarell das Papier etwas wellt, (ist ja logisch, wenn man mit Wasser arbeitet), stört das nicht weiter, vielmehr gibt das dem Buch eigentlich eine schöne Patina.

 

bulletjournal Sketchnotes by diana

 

Wo finde ich Inspiration für mein Bullet Journal?

Unter dem Hashtag #bulletjournal findet man unzählige Inspriationen in den sozialen Medien, vor allem auf Instagram und Pinterest. Seit kurzem gibt es auch den Hashtag #Germanbujojunkies. Ins Leben gerufen von @maryj13 auf Instagram.  Um einmal alle deutschen Bullet Journal Junkies unter einem Hashtag zu vereinen. Eine wirklich schöne Idee. Und für mich dann auch der Auslöser, mich etwas intensiver damit zu beschäftigen.

Je länger ich das ganze betreibe, umso strukturierter wird das Ganze. Meine Ergebnisse poste ich regelmässig auf Instagram, Facebook und Twitter und Pinterest. Schaut vorbei, wenn ihr Lust habt!

Und falls es Euch interessiert, kann ich mir gut vorstellen, neue Ideen und Inspirationen mit Euch zu teilen. Was meint ihr?

 

Eure Diana, ich zeichne dann mal was…